Die U-Kreuzer
Nach den erfolgreichen Probefahrten der “U-Deutschland” wurden noch sechs weitere Handels-U-Boote bestellt. Die Kriegslage macht 1917 aber den weiteren Bau überflüssig. Man überlegte sich, wie die im Bau befindlichen Handels-U-Boote weiterverwendet werden konnten.

Es gab dafür drei Vorschläge:

1. Umbau zu einem U-Tanker und Begleitschiff

2. Umbau zu einem Minenleger

3. Umbau zu einem U-Kreuzer.

Die Wahl fiel in Hinblick auf den großen Aktionsradius auf die Verwendung als U-Kreuzer. Dagegen sprach eigentlich ihre geringe Überwassergeschwindigkeit. Dieser Nachteil sollte durch den Einbau großer Geschütze wieder ausgeglichen werden.

Die “Deutschland” und die schon getaufte “Oldenburg” wurden unverzüglich zur Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven überführt, wo sie innerhalb kurzer Zeit zu bewaffneten U-Booten umgebaut wurden. Damit die Handels-U-Boote als Kriegsschiffe eingesetzt werden konnten, musste man größere Umbauten vornehmen. So wurden Zwischendecks in den Laderäumen eingezogen, um den unteren Teil für Torpedos und Munition, den oberen Teil als Wohnraum für die wesentlich größere Besatzung gebrauchen zu können. Um die Boote schneller zu machen, wurden neue Propeller konstruiert. So konnten Diesel- und E-Maschinen gleichzeitig die Schrauben antreiben, ohne die zulässige Höchstdrehzahl der Dieselmotoren zu überschreiten. Da die E-Maschinen ihren Strom aus den Akkumulatoren bezogen, konnte man diese Art der Geschwindigkeitssteigerung nur kurze Zeit durchhalten. Ansonsten würde die Batteriekapazität für eine eventuell schnell erforderliche Unterwasserfahrt nicht mehr ausreichen. Die Gestaltung des Propellers ergab aber auch, das die Dieselmotoren alleine nicht ihre volle Leistung erreichen konnten. Daraus erfolgte eine etwas geringere Geschwindigkeit, wenn nur mit den Dieselmaschinen alleine gefahren wurde.

Damit U155 möglichst schnell an die Front geschickt werden konnte, wurden sechs paarweise (Backbord und Steuerbord je 2 nach vorn und 1 nach achtern) angeordnete Gitterablaufgestelle unter dem Oberdeck angebracht. Die anderen Boote erhielten je zwei Bugtorpedorohre. Die 15cm Geschütze waren ursprünglich nicht für den Einsatz auf U-Booten vorgesehen. Sie bewährten sich aber ohne größere Schwierigkeiten. Ferner erhielten einige Boote die erprobten 8,8cm Geschütze auf U-Boot-Lafetten. Außerdem nahmen sie auf ihren Feindfahrten Minen mit, die durch die Torpedorohre ausgestoßen wurden.

Die U-Kreuzer wurden in weit entfernte Gebiete (Amerikas Ostküste, Afrika) eingesetzt, wo mit einem deutschen U-Boot kaum zu rechnen war. Daher konnten sie zu Teil beachtliche Versenkungserfolge erzielen.

Die U-Kreuzer wurden der am 27.03.1917 gegründeten U-Kreuzer-Flottille unterstellt. Chef der Flottille war Korvettenkapitän Koch. Er wurde am 26.04.1917 zum Fregattenkapitän Koch befördert. Ab dem 01.10.1918 war Korvettenkapitän von Tyszka Chef der U-Kreuzer-Flottille.
Z
ur U-Kreuzer-Flottille kamen U151 am 21.07.1917, U152 am 20.10.1917, U153 am ?, U154 am ?,U155 am 19.02.1917, U156 am 28.08.1917 und U157 am 22.09.1917.